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Start Ortsgeschichte Lorbacher Schulchronik

Schulchronik

In dieser Kategorie fassen wir die Beiträge zur Schulchronik zusammen.

Geschehnisse im Jahr 1949- 1950

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Schuljahr 1949/ 50

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 1. April 1949. Neu aufgenommen wurden fünf Kinder , und zwar drei Jungen und zwei Mädchen. Die Gesamtschülerzahl betrug zuerst 50 Kinder und stieg im Oktober durch Zuzug auf 52, davon 24 Mädchen.
Am 29. Mai wurde durch eine Wandertruppe ein Kasperle-Spiel. „Die verzauberte Schlange“ aufgeführt, das den Kindern viel Freude bereitete.
Der 1. Juni war für einen größeren Ausflug ausersehen. Gemeinsam mit der Schule in Bergheim ging es von Lorbach zuerst nach Bonn. Dort las unser hochw. Herr Pastor Kranz, der den ganzen Ausflug mitgemacht hatte eine hl. Messe. in der Münsterkirche. Danach konnten wir uns in Ruhe die Stadt ansehen, da unser Omnibus ja uns wartete. Weiter am Bundeshaus vorbei ging die Fahrt nach Mehlem. Hier verließen wir das Auto und zu Fuß (und mit dem Schiff über den Rhein-) kletterten wir auf den Drachenfels. Am frühen Nachmittag brachte uns der Omnibus dann zur Ahr. Die Stadt Altenahr und die vielen Weinberge wurden in Augenschein genommen. Am Abend sausten wir über Münstereifel, dessen alte Stadtmauer und Stadttore viel Bewunderung auslösten, der Heimat wieder zu.
Die Schulen Kallmuth, Bergheim und Lorbach haben am 13.07. in Kallmuth auf dem Sportplatz gemeinsam ein Sportfest veranstaltet.
Am selben Tage brachten wir unserem hochw. Herrn Pfarrer zu seinem Namenstage ein Ständchen dar.
Im September wurde in Kall eine Ausstellung „Grenzkreis baut auf“ veranstaltet. Wir besuchten am 20.09. diese Schau und haben viele schöne und interessante Sachen dort gesehen. Von dort ging es dann noch weiter zum Kloster Steinfeld, dessen berühmte Kirche mit dem Grabmal des sel. Hermann Josef uns eingehend von einem Pastor gezeigt und erklärt wurde.  
Am 13. November wurde wieder zu Ehren des hl. Martin ein Fackelzug durch den Ort gemacht und ein Martinsfeuer abgebrannt. Mit der Verteilung von Wecken und Lieder und Sprüchen wurde die Feier im Saal Dahmen abgeschlossen.
Mit dem 9 Schuljahr besuchte ich am 29.November den Film „Der Schimmelreiter“ in Mechernich. So sahen die Kinder, die gerade diese Novelle von Storm am Lesen waren, das Geschehen auch im Bild.
Das Schuljahr schloß am 31. März 1950. In einer Feierstunde wurden die Schüler des 9. Jahrgangs aus der Schule entlasse



Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.


 

Geschehnisse im Jahr 1948- 1949

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Schuljahr 1948/ 49

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Nach der Beurlaubung des Herren Lehrer Theihsen hat bis Ende Dezember 1947 Herr Lehrer Soutschka aus Bergheim 3 mal in der Woche in Lorbach Schule gehalten. Im Januar 1948 wurde mit der Vertretung der Schule der apl. Lehrer Wassong aus Mechernich betraut. Ab 1. Februar 1948 wurde der apl. Lehrer Ernst Löhr mit der Verwaltung der Schulstelle in Lorbach beauftragt.

Das Schuljahr begann am 13.4.1948. Zwei Neulinge wurden aufgenommen. Die Schülerzahl betrug 46, davon 26 Knaben und 20 Mädchen. Ein Schüler macht freiwillig das neunte Schuljahr mit.

Kurz vor der Währungsreform im Juni1948 nahm die Gewerkschaft-Mechernicher-Werke ihren Betrieb zum Segen vieler Familien des Dorfes wieder auf. An Kleidung und Aussehen der nicht bäuerlichen Kinder sah man bald den Segen der Währungsumstellung. Die Schulspeisung konnte, da die Hungersnot der Jahre 1945 -1948 nachließ, eingestellt werden.

Der Schulrat Blom aus Roggendorf besuchte die Schule am 13. Juli 1948. Er war mit den Leistungen zufrieden.

In den Monaten Juni – Juli wurde von den Kindern der Mittel- und Oberstufe der Kartoffelkäfer gesucht. Sie vernichteten 9500 dieser Schädlinge……

Im Oktober wurden alle Kinder vom Herrn Kreisarzt untersucht. Bei einigen Schülern und Schülerinnen werden Krätze, Kropfanlage und Senkfuß festgestellt.

Zur Freude aller Kinder wurde am 11.11.48 der Martinszug durchgeführt. Die selbst gebastelten Fackeln zeigten viel Geschick und Geschmack. Nach dem Martinszug werden im Saal Dahmen die Wecken verteilt . Gleichzeitig wurde der 80. Geburtstag der ältesten Einwohnerin des Dorfes, der Wwe. Sibylla Kloster festlich begangen. Nikolaus , Ortsbürgermeister und Lehrer hielten kurze Ansprachen, die Kinder sangen einige Passende Lieder.

Das Schuljahr schloß am 31.3.49. Entlassen wurde nur der eine Schüler, der freiwillig das neunte Schuljahr besucht hat. Die Kinder des achten Jahrgangs müssen noch weiter (die Schule besuchen).


Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

Geschehnisse im Jahr 1947- 1948

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Schuljahr 1947/ 48

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 25.04.1947. Die Schülerzahl ist 48, 26 Knaben u. 22 Mädchen, darunter 8 Neulinge.

Am 8 Juli spendete der Weihbischof von Aachen, Dr. Friedrich Hünermann in der Pfarrkirche zu Kallmuth das Sakrament der Firmung.

Nach den Herbstferien begann am 15. Oktober auch hier in Lorbach die Schulspeisung. Es nehmen daran 28 Schulkinder teil.

Die Sammlung von Heilkräutern erbrachte in diesem Jahr den Betrag von 80,-M.

Wegen einer Erkrankung wurde ich von November bis März beurlaubt und trat infolge meiner Leiden als Schwerkriegsbeschädigter des 1. Weltkrieges nach 29 jähriger Tätigkeit an der Schule in Lorbach zum 31. März 1948 in den Ruhestand. Von meinen Schülern studieren 8 mit besten Erfolge an den höheren Schulen in Köln, Münstereifel, Euskirchen und Düren.

Jos. Theihsen, Lehrer i. R.


Bemerkung:
Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

Geschehnisse im Jahr 1945 - 1947

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Schuljahr 1946/ 47

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem


„Das Schuljahr begann am 24. April. Die Schülerzahl ist 45; 27 Knaben und 18 Mädchen, darunter sieben Neulinge
Vom 1. Februar bis Ende November war wegen Vertretung in Bergheim nur jeder 2. Tag Unterricht.
Im Oktober fand eine Wohnraumzählung statt. In Lorbach wurden 225 Wohnräume festgestellt. Bei der anschließenden Volkszählung wurden 240 Personen gezählt. Es waren 120 männlichen und 120 weiblichen Geschlechtes.
In den Monaten Mai bis September wurde wieder das Suchen des Kartoffelkäfers durchgeführt, für jeden Käfer und jede Larve wurde eine Prämie von 2 Pfg. gezahlt. Es wurde eine Vergütung von rund 30,-Mark ausgezahlt.
In üblicher Weise wurde am 11.11. der Martinszug durchgeführt, nach dem Abbrennen des Feuers wurden bei der Schulfeier 73 schöne Wecken an die Kinder verteilt.
Im März bestand der Primaner Walter Theisen in Münstereifel das Abitur mit gutem Erfolg, er ist der 3. Abiturient seit Bestehen der Schule in Lorbach

Schuljahr 1944/ 45

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 18.08. Die Schülerzahl war 50 Kinder; 29 Knaben und 21 Mädchen, darunter 6 Neulingen.
Am 5. September wurden alle Schulen geschlossen und die Lehrer zum Schanzen eingesetzt.
Von Oktober bis Februar war das Schulzimmer von deutschen Truppen belegt.
In der Nacht vom 5. zum 6 März 45 lag schweres Artilleriefeuer auf der Nähe von Lorbach. Einige Treffer gingen in das Dorf und beschädigten besonders die Wirtschaft Dahmen. Viele Häuser erlitten Schaden, Menschenleben waren nicht zu beklagen.
Am 6. März durchzog eine amerikanische Abteilung mit schweren Panzern das Dorf Lorbach und rückten weiter in das Feytal.

Montag, 12. November begann mit einer würdigen Feier wieder der Unterricht. Lieder und Gedichte wechselten mit Ansprachen des Amtsbürgermeisters, des Pfarrers und des Lehrers. Viele Eltern von Lorbach wohnten der Feier bei.



Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

Geschehnisse im Jahr 1943 - 1944

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Schuljahr 1943/ 44

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem


„Das neue Schuljahr begann am 30.07. die Schülerzahl ist 46, 28 Knaben und 18 Mädchen – darunter 8 Neulinge.
Eine erfreuliche Entwicklung hat die Schulsparkasse genommen. Im August wurden 506,-M bei der Leerung der Kasse gezählt; im März wurde ein Rekordergebnis mit 970,-M festgestellt. Für die Kriegsgräberfürsorge sammelte die Klasse 10, M.
Am 1- Sept. zu Anfang des 5. Kriegsjahres, waren 33 Lorbacher zum Heeresdienst eingezogen und 1 zum Arbeitsdienst. Von den Soldaten waren 5 zum Unteroffizier befördert worden und 3 mit dem E:K:II. ausgezeichnet.
Am 1. November 43 waren es 70 Jahre, daß in Lorbach Unterricht erteilt wurde. In diesen Jahren besuchten 418 Kinder die hiesige Schule. Von allen Schülern haben bis heute 2 die Reifeprüfung an einem Gymnasium abgelegt, nämlich Edmund Schumacher, heute Pfarrer in Höngen, b. Aachen und Otto Theißen, Fahnenjunker Uffz, in einem Offizierskursus in Pommern.
Die Schulspartätigkeit hat sich noch gesteigert, Ende März 44 wurden 1600, M. bei der Leerung der Kasse gezählt, ein Sparergebnis von 7 Monaten.
Im Anfang des Jahres 44 erkrankten mehrere Kinder an Diphtherie und kamen in das Krankenhaus-Mechernich. Alle Erkrankungen verliefen gutartig, nur der 15 jährige Lehrling Jos. Schnichels starb an der tückischen Krankheit.
Die Sammlung von Altmaterial ist noch von gutem Erfolg begleitet. Im 1. Jahresdrittel 44 wurden gesammelt 46 kg Knochen, 58 kg Lumpen, 4 kg Altpapier u. 27 kg Schrott, zusammen 125 kg mit 433 Punkten, auf jeden Schüler entfielen 9 Punkte.
Im Jahr 43 erhielt die Schule Lorbach für die Sammlung von Heilkräutern den Betrag von 45.-M. Für jedes Schulkind wurde 116 (?) auf sein Konto eingezahlt. Hauptsächlich waren Schafgarbe, Hagebutten und Brombeerenblätter gesammelt worden.
Am 29.03.44 wurde der Obergefreite Michael Dahmen bei den schweren Abwehrkämpfen um Kowel in getreuer Pflichterfüllung für Führer, Volk u. Vaterland schwer verwundet durch eine Fliegerbombe. 2 Tage später erlag er seinen Verletzungen. Am gleichen Tage wurde er in einem Kameradengrab zur letzten Ruhe beigesetzt. Sein Kompanieführer rühmte den Gefallenen als prächtigen Menschen u. vortrefflichen Kameraden, als einen hervorragenden Soldaten und zuverlässigen Pionier. Er hinterläßt seine Gattin und 2 Kinder. Von Beruf war er Kaufmann und in der Landwirtschaft tätig. Sein Bruder Josef Dahmen fiel am 8. Sept. 42 bei den Kämpfen im Kaukasus und liegt am Ferek begraben.
Der Panzergrenadier Anton Urbanus fiel am 1.6.44 beim Angriff auf die Höhe 116 nordwestlich von Jassy in Rumänien. Er wurde durch Granatsplitter tödlich getroffen und an derselben Stelle beerdigt. Sein Kompanieführer schrieb der trauernden Mutter: Die Kompanie verliert in ihm einen tapferen Soldaten und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und in ihm ein leuchtendes Vorbild sehen. In der Gewißheit, daß Ihr Sohn sein Leben für das Vaterland hingegeben hat, möge Ihnen in dem schweren Leid, das Sie betroffen hat, Kraft geben und Ihnen ein Trost sein. Der Gefallene war 19 Jahre alt, von Beruf Schlosser.


Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:13 Uhr)

 

Geschehnisse im Jahr 1942 - 1943

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Schuljahr 1942/ 43

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem



„Das neue Schuljahr begann am 28.07.1942. Die Schülerzahl ist 47. 29 Knaben 18 Mädchen, darunter sind 9 Neulinge.
Auf dem Bergwerk verunglückte tödlich am 5. August der Bergmann Hubert Müller im Alter von 31 Jahren. Er war mit Barbara Wilsberg aus Lorbach verheiratet. Er wurde aus der russischen Front reklamiert und 3 Wochen später traf ihn der Tod durch herabstürzende Gesteinsmassen.
Am 10 Sept. fanden in Lorbach die Herbstkämpfe statt. Es beteiligten sich daran die Schulen Lorbach, Bergheim, Vussem, Harzheim und Breitenbenden. Von den Lorbachern Schulkindern errangen 3 die goldene 3 die silberne Siegesnadel.
Nießen Anton errang 192 Punkte
Pützer Kath. 195 Punkte
Naßheuer Kath. 230 Punkte

In den Morgenstunden des 8. Sept. 42 fiel am Ferekin Asien der Panzerobergrenadier Josef Dahmen in vorderster Linie liegend bei einem feindlichen Fliegerangriff durch Bombenvolltreffer. Die Kompanie bereitete ihm am Ferek ein würdiges Grabmal. Sein Kompanieführer schrieb der Mutter, daß er stets ein Pflichtgetreuer, tapferer Soldat und ein guter, hilfsbereiter Kamerad gewesen sei. Joseph Dahmen war 32 Jahre alt und von Beruf Schlosser. Seine Mutter, die Ww. Dahmen hat noch 2 Söhne bei den Soldaten, einer in Rußland und einer im Westen.

Am 4. Oktober wurde in Mechernich in würdiger Weise das Erntedankfest gefeiert. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ehrung von besonders verdienten Landfrauen. 2 von ihnen erhielten neben einer Ehrenurkunde ein Geldgeschenk. Als einzige Landfrau aus der Bürgermeisterei Mechernich erhielt Frl. Elisabeth Stolz aus Lorbach die Kriegsverdienstmedaille verliehen. Gemeinsam mit ihrem Bruder bewirtschaftet sie einen Betrieb von 70 Morgen. Seit Kriegsausbruch ist ihr Bruder Wilhelm eingezogen und sie verrichtet mit einem Kriegsgefangenen Polen allein mit bestem Erfolge die landwirtschaftlichen Arbeiten. Ihren Betrieb hat sie zu einem Musterbetrieb ausgebaut. Der Ortsgruppenleiter Baltz – Mechernich überreichte Frl. Stolz mit den herzlichen Glückwünschen der Partei die verdiente Auszeichnung. Frl. Stolz entstammt einer kindereichen Bergmannsfamilie, sie ist im Kreis ihrer 13 Geschwister aufgewachsen.

Bei den schweren Abwehrkämpfen im großen Donbogen starb am 9.1.43 der Grenadier Klemens Lorse den Heldentot. Er erhielt einen Brustschuß, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Zusammen mit 4 anderen Gefallenen der Kompanie liegt er schlicht und soldatenwürdig in der Nähe der Stadt Morosowskaja begraben. Sein Kompanieführer schrieb an die Witwe: Wir verloren mit unserem Kameraden Lorse einen braven, stets hilfsbreiten, vorbildlichen Soldaten, der innerhalb der Kompanie ebenso beliebt war, wie ihn seine Vorgesetzten wegen seiner selbstverständlichen Pflichterfüllung hoch schätzten.

Clemens Lorse war 34 Jahre alt, er war von Beruf Anstreicher, er war verheiratet und Vater von 3 Kindern. Immer war er ein ruhiger bescheidener Mensch und fleißiger Arbeiter.



Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:09 Uhr)

 

Geschehnisse im Jahr 1941 - 1942

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Schuljahr 1941/ 42

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem


„Am 18. August 41 begann das neue Schuljahr. Die Schülerzahl ist 47 – 27 Knaben und 20 Mädchen.
Der 1. Gefallene in diesem Kriege aus Lorbach war der Oberkanonier Matthias Reitz. Er wurde am 23. August durch Granatsplitter an Kopf Hals u. Oberarm schwer verletzt.. Der Chefarzt des Lazarettes hoffte, ihn am Leben erhalten zu können. Aber in den Mittagsstunden des 26.8. trat der Tod ein. M. Reitz wurde auf dem Friedhof Welisek neben seinen Kameraden bestattet. Er war 30 Jahre alt und kinderlos verheiratet. Er ist der 2. Soldat aus der Pfarrei Callmuth, der den Heldentod starb.
Der 2. Gefallene aus Lorbach ist der im 8. Jahre aktiv diente. Während des passiven Widerstandes wohnte sein Vater als ausgewiesener Eisenbahner mehrere Jahre in Lorbach, später zog er mit seiner Familie wieder nach Mechernich zurück.
Die Heilkräutersammlung hatte wieder einen guten Erfolg. Über  2 ½ Zentner an Hagebutten, Schafsgarbe u. Brombeerblätter wurden bei der Sammelstelle abgegeben.
Beim Schulsparen steigt andauernd die Höhe der Einlagen. Am 3. Dez. brachte die Schulsparkasse den Betrag von 426 M. Die Spinnstoffsammlung erbrachte im kleinen Ort Lorbach über 4 Zentner Material.
Bis Ende 41 wurden 20 Lorbacher zum Kriegsdienst eingezogen. Matthias Reitz starb den Heldentod. Der Soldat Jos. Kloster wurde aus dem Heeresdienst entlassen. Der Berufssoldat Feldwebel Ant. Hufschmidt wurde bei den Kämpfen in Rußland zum 2x schwer verwundet durch einen Armschuß, der den linken Armknochen zerplitterte und lähmte. Er ist  seit 4 Monaten in Lazarettbehandlung.
Der Soldat Peter Haas wurde mit einer Verwundung und erfrorenen Füßen in ein Lazarett in Stettin eingeliefert, er wurde am 9. Januar an der russischen Front verwundet, durch einen Oberschenkelschuß.
Im Januar 42 setzte ein große Kältewelle ein, das Thermometer fiel unter 20 °. Gewaltige Schneemassen türmten sich auf, alle Wege waren unpassierbar. Viele Wochen mußte täglich Schnee geschaufelt werden, damit Post- u. Zeitungsbote nicht stecken blieben. Für die Kinder aus Urholz war es unmöglich, den Schulweg durch meterhohe Schneemassen zurückzulegen. Bei vielen Haushaltungen im Dorfe war die Wasserleitung zugefroren. Der Kirchweg nach Kallmuth war mit hohen Schneeverwehungen bedeckt, die Kirchengänger suchten sich mühselig einen Pfad durch die verschneiten Felder. Das Milchauto konnte wochenlang nicht nach Lorbach kommen. Der Arzt von Mechernich kam zu Fuß um die Schwerkranken zu besuchen. Die Wildkaninchen kamen in Scharen in die Hausgärten, um die Rinde der Obstbäume und Zweige abzunagen. Die Bäume trugen schwere Schäden davon. Mehrmals wurde in den Zeitungen berichtet, daß in Deutschland ein solcher strenger Winter seit 150 Jahren nicht mehr beobachtet worden ist.
Im März wurden 26 neue Bänke, eine Schultafel und ein Schrank von der Fa. Pauls in Mechernich geliefert. Die Kosten beliefen sich auf 1050 M. Die Versteigerung der alten Schulbänke u. Tafel erbrachte rund 60 M.
Am 29. März fand auf dem Pflugberg ein Wettbewerb von Modellflugzeugen statt. 5 größere Orte beteiligten sich daran, Münstereifel, Mechernich, Liblar, Lechenich und Euskirchen. Infolge des starken Windes zerbrachen viele Modelle beim Fluge. Es wurden schöne Preise verteilt z.B. eine Hobelbank, eine Funkeinrichtung als Gruppenpreis und eine Anzahl von Bilder und Bücher als Einzelpreise.
Bei den Jugendwettkämpfen, die in diesem Jahr in Bergheim ausgetragen wurden, errangen 5 Lorbacher Schulkinder die Siegernadel, 3 Knaben u. 2 Mädchen.
Die Soldaten Peter Haas und Peter Stoltz wurden von der Gewerkschaft Mechernicher-Werke vom Heeresdienst reklamiert und nahmen ihre Arbeit auf dem Bergwerk wieder auf.

 

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:14 Uhr)

 

Geschehnisse im Jahr 1938 - 1941

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Schuljahr 1940/ 41

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Schon am 28.März begann das neue Schuljahr. Die Schülerzahl ist 47, darunter 4 Neulinge. Ein gutes Ergebnis brachte die Metallspende. Als Geburtstagsgeschenk des Führer wurden von der Jugend gesammelt 195 Pfund an Blei, Kupfer und Mes-sing. Seit Mitte März liegt in Lorbach eine Flakabteilung im Quartier. Es sind me¬istens Süd¬deutsche, aktive Truppen. Am 9. Mai rückten diese Soldaten ab.
Im Monat Juli begann die Schule mit dem Sammeln von Heilkräutern. Es wurden Brennesselblätter und besonders Blätter von Waldhimbeeren gesammelt. Jeden Dienstag findet das Suchen des Kartoffelkäfers durch die Schulkinder statt. Sonntags mußte die F.W. (Feuerwehr ?) Kartoffelkäfer suchen dafür fiel die Übung aus. Seit Anfang Juni finden in Lorbach regelmäßig Nachtwachen statt, um die Bevölke¬rung bei Fliegeralarm rechtzeitig zu warnen. Jede Nacht machen 2 Wächter die Runde von Mitternacht bis Morgens um 4 Uhr.
Mitte August hielt der Kriegsfreiwillige Otto Theisen in der Schule einen interessanten Vortrag über seine Erlebnisse beim Vormarsch durch Holland, Belgien und Frank-reich, besonders beim Sturmangriff auf Dünkirchen. Die Heilkräutersammlung schloß mit einem guten Ergebnis ab. Es wurden über 2 Zentner an Himbeerblätter, Schafgarbe und Hagebutten gesammelt.
Im Oktober fand eine Sammlung von gebrauchten Flaschen statt. Es wurden 3 – 400 Flaschen zur Ablieferung bereitgestellt.
Im Mai – Juni wurden einige Verbesserungen in der Lehrerwohnung durchgeführt. Auf dem Speicher wurde ein Badezimmer mit W.C. eingebaut, auf dem Hofe wurden eine Waschküche und ein großes Spritzenhaus für die Feuerwehr fertiggestellt. Der Erbauer war der Mau¬rermeister Dederichs aus Breitenbenden.
Am 1. November wurde auf Anordnung des Kreisarztes die Schule geschlossen, weil von 45 Schulkindern 15 an Masern erkrankt waren, darunter 2 Kinder des Lehrers. Der Unterricht wurde wieder aufgenommen am 22. November.
In Lorbach haben einige Einwohner ein recht hohes Lebensalter erreicht. Der Senior ist der alte Kapellenküster Stephan Stolz mit 86 Jahren. Seine Schwester, die Witwe Schnichels zählt 83 Jahre. Fast im gleichen Alter steht die Witwe Schumacher A. Der Invalide H. J. Schumacher starb im 82. Lebenjahr, dessen Bruder Michael Schumacher erreichte ein Alter von 91 Jahren. Bis in seinen letzten Lebenstagen war er unermüdlich tätig in Hof und Feld. (Die Schumachers waren 3 Brüder und stammten aus Benenberg. Zwei von ihnen heirateten in Lorbacher Familien ein).
Von den Lorbacher Kriegsteilnehmern wurden zum Unteroffizier befördert der Be-rufssoldat Anton Hufschmidt und Heinr. Haas. Durch einen Brustschuß verwundet wurde A. Hufschmidt, er wurde aber nach kurzer Lazarettbehandlung wiederherge-stellt. Ferner wurde Matthias Hufschmidt zum Utf. befördert.
Zu Gefreiten wurden befördert – Dahmen Benedikt. und Dahmen Jak. ferner die Ge-brüder Joh. Und Peter Görgen.
Am 4. Februar 41 wurde auf Anordnung des Kreisarztes die Schule geschlossen, weil von 45 Schulkindern 18 an Grippe erkrankt waren. Der Unterricht begann wieder am 12. Februar.
Am 2. März veranstaltete das Jungvolk in Lorbach einen Elternabend. Der Saal war mit Tannengrün u. dem Bilde Hitlers festlich ge¬schmückt. Der Fähnleinführer Könn hielt eine kurze Ansprache. Dann folgten Lieder, Gedichte und Vorträge. Ferner ka-men mehrere Theaterstücke zur Aufführung. Eine Sammlung für das W.H.W brachte einen schönen Ertrag. Mit einem Gruß an den Führer und den Na¬tionalliedern endete dieser wohlgelungene Elternabend. Für die Kasse des Jungvolkes erbrachte er einen Reinertrag von 20 M.
Im März wurden die Arbeiten an der Waschküche, dem Badezimmer und dem Sprit-zenhaus endlich zum Abschluß gebracht. Die Gesamt¬kosten betrugen 4100 M, dazu gab die Regierung einen Zuschuß von 2600 M.
Bei den Jugendwettkämpfen, die in diesem Jahre in Vussem ausgetragen wurden, erhielten 5 Kinder die Siegernadel, 3 Knaben und 2 Mädchen. In der Nacht zum 23. Juni fiel bei einem Fliegerangriff eine Bombe in der Nähe von der Wirtschaft Breuer im Felde ein. Sie hatte eine Höhe von 65 cm und im gefüllten Zustand ein Gewicht von ca. 30 pfund. Sie richtete keinen Schaden an. Im Monat Juli fielen einige hundert Brandplättchen zur Erde, die ebenfalls ohne Wirkung blieben.
Im Jahr 1941 war eine große Sterblichkeit in Lorbach. Es starben Ww. Schnichels 83 Jahre, Ww. Schumacher 83 Jahre, Frau Stolz 73 Jahre, der alte Küster Stephan Stolz 86 Jahre. Er war der älteste Mann im Dorfe. Ferner starben noch 2 Kinder im Alter von 1 Monat u. 1 Tage. Der Küster Stolz hatte ein sehr schönes Begräbnis. 20 Jahre lang hatte er das Amt eines Küsters unentgeldlich ausgeführt und für die Dorfkapelle und ihre würdige Ausstattung keine Mühen und Wege gescheut. St. Stolz war von Beruf Schuster und war noch mehrere Jahrzehnte von Haus zu Haus gewandert um zu arbeiten.

 

Schuljahr 1938/ 39

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das neue Schuljahr begann am 20.04. mit dem Geburtstag des Führers. Aus die¬sem Anlaß fand eine Feier statt. Die Schülerzahl ist 49, 30 Knaben und 19 Mädchen, darunter 10 Neulinge.
Am 5. Juli unternahmen die beiden Schulen Lorbach u. Bergheim eine Sommerfahrt zu Rhein und Ahr, über 50 Kin¬der beteiligten sich an dem Autoausflug. Zunächst be-sichtigten wir in Großbüllesheim die große Seidenraupenzucht des Kollegen Breuer. In Bonn sahen wir die schönen Rheinanlagen und Rheinbrücken. Von Mehlem fuh-ren wir mit Fähre über den Vater Rhein und besichtigten bei herrlichem Sonnen-schein den Drachenfels. Von der Spitze bot sich ein wunderbarer Fernblick. In Re-magen besichtigten wir die prächtige Apollinariskirche. Nun ging es in schneller Fahrt zur Ahr. In Neuenahr besuchten wir die prachtvollen Rosenanlagen, die gepflegten Straßen und das Kurhaus. In Altenahr erstiegen wir einen Weinberg. In später Abendstunde brachte uns der Omnibus über Münstereifel nach Hause. Die Kinder hatten eine Fülle von neuen Anregungen geschaut“.


Bemerkung:
Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.


Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:15 Uhr)

 

Geschehnisse im Jahr 1937 - 1938

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Schuljahr 1937/ 38

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem



„Beginn des neuen Schuljahres war am 13. April. Die Schülerzahl ist 51, 30 Knaben und 21 Mädchen, darunter 4 Neulinge.

Am 29. April besuchte Hitler die Burg-Vogelsang. An diesem Tage war Schulfrei, alle Kinder konnten in Mechernich den Führer deutlich sehen.
Am 30. April wurde in der hiesigen Schule zum ersten mal ein schöner Tonfilm vor­geführt. Er hieß: „Wäsche, Waschen, Wohlergehen“ und erzählte von dem Nutzen des Persils.
Am 1.Juli war ein großer Ausflug mit einem Omnibus nach Cöln. Von den beiden Schulen Lorbach und Bergheim beteiligten sich über 50 Schulkinder daran. In Cöln wurde der Dom eingehend besichtigt, der Zoologische Garten fand besonderes Inte­resse mit dem prächtigen Tiermaterial. Zweimal überfuhren wir den Rhein und sahen großen Dampferbetrieb. Auf dem Rückwege wurde das alte Kurfürstenschloss in Brühl mit den wundervollen Gartenanlagen besichtigt.
Am 3. August erteilte Weihbischof Dr. Sträter in der Pfarrkirche zu Callmuth über 150 Kindern die hl. Firmung. Firmpaten wurden Lehrer Schoutschka aus Bergheim und Frau Theisen aus Lorbach.
Am 14. und 15. September war in Lorbach große Einquartierung. Im Schulzimmer schliefen 50 Soldaten, in allen Häuser war Notquartier für Truppen und Pferde. Am 15. gegen 10 Uhr Morgens ertönte das Schlußsignal des Manövers. Der ganze Wald in Lichtert war mit kämpfenden Truppen, M.G. Geschützen besetzt. Die Schuljugend und die ganze Bevölkerung verfolgte mit großem Interesse die Kampfhandlungen und die am Mittag in ihre Garnison abziehenden Truppen.’
Das Erntedankfest für Lorbach und Bergheim fand diesmal in Bergheim statt. In übli­cher Weise wurde der Tag festlich begangen. Zum Schluß wurden 150 Wecken an alle Kinder unter 14 Jahre verteilt.
Die 6. Martinsfeuer wurde in üblicher Weise abgehalten, über 100 große Wecken kamen zur Verteilung.
Im Januar brach in Lorbach die Maul- und Klauenseuche aus. Alle Tiere erhielten eine Schutzimpfung. Da die Seuche auf ein Gehöft beschränkt blieb, wurde die Sperre nach einigen Wochen wieder aufgehoben.
Am 10. April fand die Wahl für Großdeutschland-Österreich statt- es stimmten in Lorbach 116 mit ja, 1 mit nein“.



Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Aktualisiert (Mittwoch, den 08. Februar 2012 um 12:21 Uhr)

 

Geschehnisse im Jahr 1936 - 1937

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Schuljahr 1936/ 37

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem



„Beginn des neuen Schuljahres war am 15. April. Die Schülerzahl ist 51, 27 Knaben und 24 Mädchen, darunter 3 Neulinge.

Am 1. Mai, dem Feiertag der Arbeit, hörten die Schüler gemeinsam die Feierstunde aus Berlin. Des Nachmittags fanden auf einer Waldwiese große Belustigungen für die Kinder statt – Sacklaufen, Klettern auf eine hohe Stange, die viele Leckereien trug.
Bei den Jugendwettkämpfen errangen 2 Knaben u. 5 Mädchen die Punktzahl im Laufen, Springen und Werfen und damit das Siegerabzeichen.
In den Monaten Juli und August fanden mehrmals Suchen statt auf den Kartoffelfel­dern, um festzustellen, ob der schädliche Kartoffelkäfer sich hier schon gezeigt hatte.
Am 4. Oktober wurde in Lorbach das Erntedankfest in würdiger Weise gefeiert. Mit Bergheim zusammen wurde mit festlich geschmückten Erntewagen zuerst ein Um­zug durch den Ort veranstaltet. Auf dem Schulhof fand die eigentliche Feier statt. Darbietungen der Musikkapelle, Gedichte und Sprechchöre wechselten in bunter Folge ab. Nach der Rede des Lehrers wurden die Schulkinder mit 15 riesigen Weißbroten und 40 Liter Kakao gespeist. Ein ausgedehnter Ernteball beschloß den Festtag.
Am 15. Oktober wurde unser Mitbürger Michael Schumacher (Vorfahr derSchu­macher von der Siedlung, der Schumacher in Bergheim und Vater des Geistlichen Edmund Schumacher) 90 Jahre alt. Er wurde geehrt durch einen schönen Fackelzug, Gedichte, Musikdarbietungen und Ansprachen des Lehrers und Gemeindevorste­hers.
Am 11. November wurde zum 5 mal die Martinsfeier begangen. Es wurden wieder rund 100 große Wecken verteilt.
Wegen Erkrankung mehrerer Kinder an Scharlach wurde die Schule am 17. Dezember geschlossen. Nach erlöschen der Krankheit begann der Unterricht wieder am 1. Februar.
Im März besuchte der Schularzt Dr. Schwartmann die Schule zur eingehenden Un­tersuchung aller Schulkinder. Es wurden keine schweren Krankheitsfälle festgestellt, das Allgemeinbefinden der Kinder war gut“.



Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

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